Auch im siebenten Spiel als Trainer des FC Red Bull Salzburg gelingt Thomas Letsch kein Sieg. Der „Bullen“-Coach übte Kritik an dem Auftritt in der ersten Hälfte gegen die WSG Tirol, ein junger Spieler erhielt Lob.
„Jeder Spieler in der Mannschaft ist motiviert, die Wende zu schaffen“, sagte FC Red Bull Salzburg-Kapitän Mads Bidstrup auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen die WSG Tirol. In der ersten Halbzeit der Samstagnachmittag-Partie war diese Motivation aufseiten der „Bullen“ nicht auszumachen. Die Salzburger kassierten schon in der zweiten Minute das 0:1 und enttäuschten in der Folge bis zur Halbzeit. Beim Gang in die Kabine gab es Pfiffe von den Heimfans. Die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Letsch startete dann zwar gut in den zweiten Abschnitt – Moussa Yeo erzielte nach schöner Vorarbeit von Yorbe Vertessen das 1:1 –, ein Sieg gelang aber nicht mehr. Damit holten die Tiroler das erste Mal seit dem Red-Bull-Einstieg einen Punkt in Salzburg. In den sechs Spielen zuvor setzte es jeweils Niederlagen für die WSG. Die Gäste aus Tirol schossen in diesen sechs Partien nur ein Tor: Stefan Hager erzielte im Dezember 2019 beim 1:5 den Ehrentreffer.
„In der ersten Halbzeit war es völlig chaotisch. Es war keine Struktur, keine Energie drinnen. Man hatte den Eindruck, wir sind überhaupt nicht bereit für dieses Spiel“, fasste Letsch auf der Pressekonferenz nach dem Spiel die ersten 45 Minuten zusammen und ließ durchklingen, dass es seiner Mannschaft vor allem an der richtigen Einstellung mangelte. „In der Halbzeit haben wir taktisch nicht so viel geändert, da ging es um ganz andere Dinge.“
Zuletzt war zwar zu hören, dass das Team nach dem Trainerwechsel und dem einen oder anderen Abgang besser miteinander harmoniere. Allerdings waren gegen die WSG neben motivierenden Gesten auch viele resignierende zu sehen, wenn ein Mitspieler eine falsche Entscheidung getroffen hatte. In der 77. Minute kam Nicolas Capaldo auf der rechten Seite an den Ball und probierte es selbst, anstatt auf Adam Daghim hinüberzulegen. „Das hast du davon“, könnte man die anschließenden Handbewegungen des Argentiniers in Richtung des Dänen interpretieren. Denn wenige Minuten zuvor hatte Capaldo ein Zuspiel von Daghim gefordert, aber nicht erhalten.
Lob für Joane Gadou
„Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen und sagen: In der zweiten Halbzeit fehlt uns nur das Tor. Wir müssen schon mehr als kritisch sein. In zwei Spielen haben wir jetzt einfach 90 Minuten hergeschenkt und das darf uns nicht passieren“, wollte Letsch die zweite Halbzeit auch gar nicht schönreden. „Es gilt nun zu ergründen, woran es liegt, dass uns das das zweite Mal hintereinander passiert und wir dadurch wichtige Punkte herschenken“, spielte der Deutsche auf die Partie gegen SK Austria Klagenfurt an. Schon in Kärnten war der Auftritt der „Bullen“ in der ersten Hälfte enttäuschend.
Ob es Spieler gebe, die für diese Situation nicht bereit seien? Letsch überlegte nach der Frage kurz und hob einen Spieler hervor: „Das kann ich so nicht sagen, dass irgendein Spieler nicht bereit ist. Man muss eher schauen, welche Spieler die Situation annehmen. Wenn ich heute sehe, wie ein Joane Gadou auf den Platz kommt und das mit seinen 18 Jahren sensationell löst, dann muss ich sagen: Er ist sicher ein Spieler, der bereit ist.“
Der junge Franzose ersetzte am Samstag in der Pause Maximiliano Caufriez, der vor dem 1:0 der Tiroler keine gute Figur abgegeben hatte. Auch Bobby Clark blieb in der Kabine, Yeo ersetzte den Engländer. Möglicherweise waren die beiden Wechsel Vorzeichen für die kommenden Bundesliga-Runden und Caufriez sowie Clark müssen künftig mit einem Bankplatz vorliebnehmen, während Gadou und Yeo starten dürfen. Am Samstag, wenn es gegen den FK Austria Wien geht, wissen wir mehr.