Der FC Red Bull Salzburg kassierte im ersten Freundschaftsspiel des neuen Jahres gegen den FC Bayern München eine Abfuhr. Für VICTAURI.at brachte der Auftritt vor allem drei Erkenntnisse:
„Neues Jahr, dieselben Probleme“ lautet die Bilanz beim FC Red Bull Salzburg nach dem ersten Testspiel im Kalenderjahr 2026. Die Roten Bullen mussten sich im selbst angekündigten Fußballfest gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München schlussendlich deutlich mit 0:5 geschlagen geben. Böse Zungen würden behaupten, dass ein solch hohes Ergebnis mindestens zu erwarten war.
1. Mangelnde Chancenauswertung
Dieses täuscht in Wahrheit etwas über den eigentlichen Spielverlauf hinweg. Denn vor allem der erste Durchgang verlief sinnbildlich für die vorangegangene Herbstsaison der Salzburger in eigentlich allen Wettbewerben. Das Team von Trainer Thomas Letsch zeigte einen überraschend guten Auftritt gegen den deutschen Rekordmeister. Die „Bullen“ konnten über weite Strecken nicht nur mithalten, sondern hätten zur Pause durchaus führen können, wenn nicht sogar müssen. Die Salzburger nutzten aber mal wieder die vom Gegner offenbarten Möglichkeiten, zu einem Torerfolg zu kommen, nicht.
Sota Kitano, Edmund Baidoo und Karim Konate vergaben Hochkaräter auf die Führung – und das gegen eine der besten Mannschaften Europas. Auf der Gegenseite gingen die Bayern durch ein Glückstor in Führung, als Youngster Jannik Schuster mit dem Pausenpfiff einen eigentlich harmlosen Abschluss von Hiroki Ito unhaltbar für Torwart Alexander Schlager ins eigene Gehäuse abfälschte.
2. Spieler sind im letzten Drittel zu wenig zielstrebig
Nicht nur dem Problem der mangelnden Chancenauswertung bzw. der doch eklatanten Abschlussschwäche, die sich bereits durch die ganze Saison zieht, war sich Letsch auf der Pressekonferenz nach der Partie bewusst: „Wir schaffen es immer wieder, die Bälle hoch zu gewinnen, aber tun uns dann schwer, vorne beim Gegner hineinzukommen. Das hat man auch heute in zwei oder drei Situationen gesehen. Da kommt der Ball dann ungenau. So verpuffen manche Aktionen.“ In der restlichen Vorbereitung wolle man einen Schwerpunkt darauf legen, „zielstrebiger zum generischen Tor zu kommen“.
3. Spieler setzen Anweisungen von Thomas Letsch nicht um
Während sich die aktuell tendenzielle Einser-Garnitur des FC Red Bull Salzburg gegen Stars wie Harry Kane, Michael Olise und Dayot Upamecano in Halbzeit eins mehr als achtbar präsentiert hatte, zeigte sich der „zweite Anzug“ nach dem Seitenwechsel in allen Belangen chancenlos – sowohl offensiv als auch defensiv.
Letsch war vom Auftritt seiner Elf nach der Pause enttäuscht. Dabei kam der Leistungsabfall des zweiten Teams nicht völlig aus dem Nichts, wie er auf der Pressekonferenz erklärte. Bereits in einer der ersten drei Trainingseinheiten im neuen Jahr war in den beiden Teams, die gegen die Bayern auf dem Feld standen, trainiert worden. Auch hierbei konnte das Team der ersten Halbzeit mehr überzeugen.
Das andere zeigte bereits im internen Leistungsvergleich „ähnliche Probleme“ wie auch am Dienstagnachmittag unter Wettkampfbedingungen gegen Topstars wie Luis Diaz, Lennart Karl & Co. Aber auch gegen Nachwuchstalente wie Felipe Chavez – und das trotz einer vorangegangen gemeinsamen Analyse. „Wir haben das thematisiert. Dass wir daran anknüpfen, hat mich überrascht“, kritisierte Letsch seine Spieler durchaus klar: „Du musst gemeinsam agieren. Das haben wir nicht geschafft. Deshalb hat mich das mehr überrascht als die gute erste Halbzeit.“
Den Leistungsabfall machte Letsch an mehreren Punkten fest: „Es geht in unserem Spiel immer darum, aktiv zu sein. Wenn du reagierst, wirst du gegen Mannschaften auf dem Niveau immer Probleme haben. Dann läufst du hinterher und versuchst die Lücke zu schließen. Das funktioniert nicht.“
Schuld bei Thomas Letsch oder bei den Spielern?
„Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt […] Wir haben es uns in der zweiten Halbzeit kaputt gemacht. Das, was in der ersten Halbzeit gut war, die Aktivität und das Agieren, das haben wir in der zweiten Halbzeit vermissen lassen. Wenn man Spieler wie Karl, Bischof, Diaz und Pavlovic spielen lässt, dann kann es bitterböse werden, und das ist passiert“, so Letsch.
Die Frage, die sich stellt: Liegt dies an Letsch oder den Spielern selbst und wenn, können oder wollen diese die Anweisungen nicht umsetzen? Bereits in der enttäuschenden Herbstsaison kritisierte der Cheftrainer mehrfach die mangelnde Entwicklung seiner Spieler. Vor allem, wenn es um Zählbares geht. Ein Fortschritt ist hierbei auch im neuen Jahr (noch) nicht zu sehen. Somit wartet weiter viel Arbeit auf das Trainerteam.
