Spieler mit dem Nachnamen Diakite fanden beim FC Red Bull Salzburg bislang noch nicht zum Erfolg. In Zukunft könnte sich das ändern.

Die Roten Bullen haben Anfang des Jahres ein vielversprechendes Talent unter Vertrag genommen. Die Salzburger verpflichteten Gaoussou Diakite vom Guidars FC und statteten den Stürmer mit einem bis 30. Juni 2028 datierten Vertrag aus – VICTAURI.at konnte den Wechsel bereits vor der offiziellen Bekanntgabe bestätigen. Zunächst wird Diakite in der zweiten Liga für den FC Liefering auflaufen.

Der Youngster teilt sich den Nachnamen mit zwei Spielern, die ihre ersten Schritte in Österreich ebenfalls beim Kooperationspartner gingen, jedoch nie zu Bundesliga-Einsätzen für den FC Red Bull Salzburg kamen.

Vom Verletzungspech verfolgt

Ousmane Diakite wechselte im Sommer 2018 als malischer U20-Nationalspieler von Yeelen Olympique zum FC Red Bull Salzburg und kam zunächst als Kooperationsspieler beim FC Liefering unter. Nach der Verpflichtung verlief die Entwicklung wie geplant. Der Mittelfeldspieler absolvierte in seiner ersten Saison 19 Zweitliga-Spiele für die „Jungbullen“. Im Frühjahr 2019 wurde er mit Mali U20-Afrika-Cup-Sieger. Wenige Monate später durfte er sein Talent bei der U20-Weltmeisterschaft in Polen unter Beweis stellen.

Im Sommer 2019 folgte mit einem Leihwechsel zum SCR Altach der Schritt in die Bundesliga. Der Malier spielte sich prompt in der ersten Elf fest, ehe im September in einem Heimspiel gegen den SV Mattersburg das Unglück passierte: Diakite fing einen Ball ab und knickte danach mit seinem rechten Knie um. Die Diagnose: Meniskus-, Seitenband- und Kreuzbandriss.

Der achtfache malische U20-Nationalspieler kehrte im Sommer 2021 schließlich auf den Rasen zurück. Beim FC St. Gallen sollte er als Leihspieler zu alter Stärke zurückfinden. Nach einer guten Herbstsaison 2021/22 gab es allerdings die nächste Schockdiagnose. Kurz vor dem Jahreswechsel zog sich Diakite gegen den FC Zürich einen Kreuzband- und Innenbandriss im rechten Knie zu.

In Hartberg gesetzt

Der Mittelfeldspieler kämpfte sich schließlich ein zweites Mal zurück. Im Februar vergangenen Jahres wechselte er fix zum TSV Hartberg. Bei den Steirern ist der Malier im defensiven Mittelfeld gesetzt. Er verpasste bislang lediglich drei Saisonspiele – zwei aufgrund von Sperren, eines wegen einer Fußverletzung.

Bleibt zu hoffen, dass der 23-Jährige, dessen Vertrag in Hartberg im Sommer ausläuft, in Zukunft von weiteren Verletzungen verschont bleibt.

Nach der Verletzung nicht mehr ganz der Alte

Auch beim zweiten Diakite, der nach Salzburg gelotst worden war, verlief zunächst alles nach Plan. Oumar Diakite verließ Anfang 2022 ASEC Mimosas und schloss sich dem FC Red Bull Salzburg an. Wie sein namensgleicher Vorgänger kam auch er zunächst als Kooperationsspieler beim FC Liefering zum Einsatz.

In seinem ersten Halbjahr in LigaZwa zeigte der CAF Champions League erprobte Angreifer prompt mit drei Toren und fünf Assists in zwölf Zweitliga-Spielen auf. In der K.o.-Phase der UEFA Youth League netzte er jeweils einmal gegen Paris Saint-Germain und Atletico Madrid. Im Sommer 2022 ereilte dann auch ihn das Verletzungspech: Beim Training mit dem ivorischen Nationalteam zog sich der Stürmer eine Blessur zu. Damit verpasste der Rechtsfuß die ersten drei Zweitliga-Partien, glänzte nach seinem Comeback aber wieder mit Toren und Assists – bis zu einer neuerlichen Verletzung im März 2023. Diese setzte Diakite zwar für nur zwei Spiele außer Gefecht, nach der Zwangspause kam der Stürmer aber nicht mehr richtig in Fahrt. Am Ende der Saison 2022/23 hatte er nach 23 Pflichtspielen neun Treffer sowie sechs Vorlagen auf der Habenseite.

Überraschender Wechsel nach Frankreich

Im Sommer 2023 verließ Diakite schließlich – für viele Beobachter überraschend – Österreich und wechselte nach Frankreich zu Stade Reims. In der Ligue 1 zeigte der zehnfache ivorische Nationalspieler bislang mit fünf Treffern und einer Vorlage in 22 Partien auf.

Warum der schnelle und robuste Offensivspieler Salzburg vorzeitig verließ – der Vertrag lief noch bis 2026 –, darüber lässt sich nur spekulieren. Die Anlagen für den Sprung in die Bundesliga wären zweifelsfrei vorhanden gewesen. In der vergangenen Saison saß er im Auswärtsspiel gegen den SK Rapid sogar einmal auf der Bank, blieb aber ohne Einsatz.

Tor und Assist beim Startelf-Debüt

Doch wie heißt es so schön? Aller guten Dinge sind drei. Gut möglich, dass das Sprichwort auf Gaoussou Diakite zutrifft.

Der Malier wurde Anfang des Jahres vom Guidars FC, dem Ex-Klub von u.a. Mamady Diambou, Daouda Guindo oder Dorgeles Nene, verpflichtet. Wie seine Namensvetter darf bzw. soll sich auch der 18-Jährige zunächst als Kooperationsspieler beim FC Liefering beweisen.

Diakite absolvierte zwar erst vier Zweitliga-Partien für die „Jungbullen“, konnte jedoch bereits positiv auf sich aufmerksam machen. Im Heimspiel gegen den FAC legte der schlaksig anmutende Angreifer zwei Minuten nach seiner Einwechslung einen Sprint über das halbe Feld hin und versenkte die Kugel mit einem kraftvollen Distanzschuss, der zugegebenermaßen abgefälscht war, zum 3:1 im Netz.

Im darauffolgenden Auswärtsspiel gegen den SV Stripfing stand Diakite fast schon folgerichtig das erste Mal in der Startelf und zahlte das ihm entgegengebrachte Vertrauen mit einem Tor sowie einem Assist zurück. Der 1:0-Volleytreffer durch Raphael Hofer wurde von Diakite mit einer mustergültigen Flanke auf den zweiten Pfosten vorbereitet. Beim 2:0 ließ der 1,82 Meter große Angreifer einen Gegenspieler stehen und schloss danach von der Strafraumkante wuchtig sowie platziert ins linke obere Eck ab.

Auf einem guten Weg

„Ich mag die Stadt, sie ist sehr schön. Ich mag die Akademie sehr“, wurde Diakite, der in seiner Freizeit viel mit seinen malischen Teamkollegen Soumaila Diabate und Moussa Yeo unternimmt, unlängst von der „Kronen Zeitung“ zitiert.

Im Moment befindet sich Gaoussou Diakite auf einem guten Weg, künftig Bundesliga-Minuten für den FC Red Bull Salzburg zu sammeln. Wenngleich diese Einschätzung aktuell wahrscheinlich noch etwas zu früh kommt. Der Malier stand in der zweiten Liga erst 143 Minuten am Feld. Zudem waren auch bei Ousmane und Oumar Diakite die ersten Spiele vielversprechend. Darüber hinaus muss es nicht zwingend direkt von Liefering „nach oben“ gehen. Ein Zwischenschritt zu einem Liga-Konkurrenten, wie bspw. bei Sekou Koita, ist sicher nicht verkehrt, sollte der Sprung von der zweiten in die erste Liga noch etwas zu groß sein.